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Foto aus der Produktion Apparat
(c)Christoph Assmann

Tanz: Lydia Klement

2002, solo, 30 Min., 10 x 10 Meter

Eine Paraphrase über den Text „Quadrat“ von Samuel Beckett

Bilder

Foto aus der Produktion 'Apparat'
Foto aus der Produktion 'Apparat'
Foto aus der Produktion 'Apparat'
Foto aus der Produktion 'Apparat'
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Foto aus der Produktion 'Apparat'
Foto aus der Produktion 'Apparat'
Foto aus der Produktion 'Apparat'
Foto aus der Produktion 'Apparat'
Foto aus der Produktion 'Apparat'
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Foto aus der Produktion 'Apparat'
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Foto aus der Produktion 'Apparat'
Foto aus der Produktion 'Apparat'
Foto aus der Produktion 'Apparat'

Über das Stück

Apparat basiert auf der Fernsehproduktion „Quadrat“ von Samuel Beckett, versteht sich aber weniger als eine Interpretation sondern als ein Art Paraphrase. Es extrahiert den Aspekt der maximalen Vorhersehbarkeit aus der Beckettschen Arbeit und baut daraus ein Tanzstück.

TRAILER

Christoph Winkler - Apperatus - 2002 - Excerpt from Christoph Winkler on Vimeo.

Credits

Choreographie: Christoph Winkler | Tanz: Lydia Klement, Odile Seitz, Gundula Peuthert, Peggy Ziehr | Musik: Maknongan von Giacinto Scelsi | Double bass & Voice: Joelle Leandre

Produktion: Christoph Winkler und Tanztage BERLIN

Auszüge aus Rezensionen

So blieb es Christoph Winkler vorbehalten, dem Tanztage-Auftakt ein lohnendes Finale zu verpassen. Aus der starren Anordnung von Samuel Becketts Fernsehstück "Quadrat" entlieh der Ex-Bodyguard das stille Schreiten von vier Personen an den Seiten einer quadratischen Lichtfläche. Das Ritual wird aufgebrochen durch vier Soli, getanzt auf eine mit rohen Schreien aufmontierte Kontrabass-Linie. Die Pole beginnen zu verrutschen, die vokalen Ausbrüche gewinnen meditative Kraft, die Stille wird schreiend laut. Winkler ermutigt seine Tänzer zu völlig eigenständigen Variationen, die extrem ausgereizt und lässig zugleich wirken. Vier Grenzgänge - ein gutes Omen für die Tanztage. - Tagesspiegel

In dieselbe Raum- und Lichtsituation stellte der Bey-Schüler Christoph Winkler seine Produktion „Apparat“. Vier Tänzerinnen umkreisten mechanisch die jetzt quadratische Grundfläche. Zufällig änderten sie Richtung, Tempo und Art des Ganges. Man fühlte sich an die Kugeln eines Flipperautomaten erinnert, die durch die Schächte jagen, bis sie sich in die Position geruckelt haben, die neue Punkte verspricht. Dann setzte stets ein Klingklang ein, das jedem Automatenspieler das Herz höher schlagen lässt. Bei Winkler ertönte nun nicht das Erfolgsgeläut. Aber je eine Tänzerin begab sich in die Mitte und lieferte zu beinahe rituellen Bassklängen, die durch bestialische Schreie einer Frau untermalt wurden, ihr Solo ab. Dieses Stück war ebenso kompakt und konsequent wie das von Bey, leistete sich aber einen Überschuss an Ernst und Frechheit. Neues Deutschland

Wie bei Winkler üblich, geht es um den Bewegungsimpuls und seine Hemmung, um den „gemeinen Körper“ und seine intellektuelle Selbstdurchdringung. In Apparat fügt Winkler dieser motorischen Feinarbeit eine brutale Formfessel hinzu, die dem Gesamtprojekt etwas Perfides verleiht. - FAZ

„In „Apparat“, seinem neuen Stück für die Tanztage, kehrt er wieder zum Minimalismus einer Laborsituation zurück, die ihr Untersuchungsobjekt aus allen Bezügen losgelöst hat. Vier Tänzerinnen gehen an den Seiten eines Quadrates auf und ab wie die Wächterinnen an der Grenze zwischen Kunst und Leben. Nacheinander treten sie in die leere Fläche ein, deren Raum sie mit ihren Bewegungen erst schaffen. Die Musik aus Bass und schrillen Schreien wiederholt sich, die kalligrafischen Figuren, die sich mit vielen gegenläufigen Bewegungen und konträren Impulsen da hineinschrauben, verändern sich. Ein wenig fühlt man sich da wie bei einer choreographischen Alphabetisierungskampagne, wo die Unterscheidung von langen und kurzen Bögen, einfachen und doppelten Häkchen das Fassungsvermögen übersteigt.“ - TAZ

„Seine Choreographie „Apparat“ – eine Paraphrase über das Stück „Quadrat“ von Samuel Beckett – bildete den Abschluss des Tanzabends. Abstrakt bleibt auch seine Welt, sie ist jedoch weitaus mystischer. Seine vier Tänzerinnen zeigen abwechselnd eine Variation zu dem tiefen Klang der Musik, die sich in einen immer wiederkehrenden, fast unerträglichen Schrei wandelt. Die Tänze haben fast etwas von einem Opfertanz, in der die Tänzerinnen zu minimalistischen Salomés werden, deren Körper zwischen langsamen kampfsportartigen Bewegungsimprovisationen und minimal angedeuteten orientalischen Formen oszillieren. Ein gemischter Auftaktabend also, der in der Unterwelt beginnt und wunderbar in höheren Sphären endet.“ - Berliner Morgenpost

VIDEO