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Foto aus der Produktion Black Cyborg
©EliazarOrtizRoa

or If I Had a Heart for Whom Would It Beat

2017, Solo

„But they fed me so many new memories...“ (New Titans #128) Anhand der Comicfigur Victor Stone aka Cyborg – einer der wenigen schwarzen Superhelden im DC Comics Superheldenuniversum werden rassistische Bilder und Stereotypen hinterfragt mit denen sich afroamerikanischen Menschen konfrontiert sehen. Dabei werden die der Figur eingeschriebenen Narrative sichtbar gemacht und in eine neue, physische Symbolik überführt.

Bilder

Foto aus der Produktion 'Black Cyborg'
Foto aus der Produktion 'Black Cyborg'
Foto aus der Produktion 'Black Cyborg'
Foto aus der Produktion 'Black Cyborg'
Foto aus der Produktion 'Black Cyborg'
Foto aus der Produktion 'Black Cyborg'
Foto aus der Produktion 'Black Cyborg'
Foto aus der Produktion 'Black Cyborg'
Foto aus der Produktion 'Black Cyborg'
Foto aus der Produktion 'Black Cyborg'
Foto aus der Produktion 'Black Cyborg'

Über das Stück

Victor Stone aka Cyborg ist einer der wenigen schwarzen Superhelden im DC Comics Superheldenuniversum. Seine Figur taucht in den Serien "Teen Titans" und "Justice League" zusammen mit zahlreichen anderen Superhelden wie Superman, Wonderwoman oder Batman auf. Trotzdem sind in die Geschichte seiner Figur zahlreiche Stereotypen und Fantasien der ‚white supremacy’ in Bezug auf den ‚schwarzen Mann’ eingeschrieben.

Als Jüngster in der Gruppe der Superhelden ist er zu Beginn ein erfolgreicher Football Spieler der von seinem Vater keine Anerkennung erfährt. Die schmerzhafte Verwandlung in eine Maschine, hat er seinem eigenen Vater zu verdanken– e.g. die Misere ist durch den permanent abwesenden Vater selbst-verschuldet. Seine überlegene Körperkraft wird konterkarikiert durch Kastration (Cyborg hat keine Genitalien) dh. er ist keine Konkurrenz für die anderen weißen Männer. Als einziger der Superhelden hat er keinen Alias, er bleibt immer "Cyborg", es gibt keinen Rückzugsraum in eine wie auch immer geartete Normalität. Und es gibt keine Liebesbeziehung. Seine oftmals dienende Rolle (Cyborg dient den anderen Superhelden vor allem als Transport- und Kommunikationshilfe) komplettiert dieses Bild.

Die afroamerikanische Theoretikerin Joy A. James verweist zurecht darauf, dass es für Schwarze seit jeher nur eine Möglichkeit der Integration in eine von Weißen dominierte Gesellschaft gibt: "For a black person to be integrated, s/he must either become non-black, or display superhuman an/or infrahuman qualities."

Diese Entwicklung begann bereits mit dem Ruf weißer Missionare nach dem "Talented Tenth" im 19.Jahrhundert. Einem Zehntel der Schwarzen sollte eine akademische Laufbahn ermöglicht werden, während man die anderen 90 Prozent davon ausschloss. Für Joy A. James zeigt sich bereits hier die Figur des Black Cyborgs: "Throughout the twentieth century, movements to free blacks from what followed in the wake of the abolition of chattel slavery ushered in the postbellum black cyborg: the call for a "Talented Tenth" issued by white missionaries."

Dementsprechend sieht sie die black cyborgs auch nicht als repräsentativ für die schwarze Bevölkerung an: "His or her status as an acceptable marker for U.S. democracy is predicated upon their usefulness for the transformation of whiteness into a loftier, more ennobled formation".

Trotz dieser Ambivalenz und den rassistischen Diskursen, die sich in der Figur zeigen, trägt er aber auch ein gewisses utopisches Potential in sich – die Möglichkeit einer neuen, technisch-optimierten Menschheit die binäre Kodierungen hinter sich lässt. Der Cyborg ist spätestens seit Donna Haraway eben auch ein wiederkehrendes meme der Popkultur.

Aus dem Gegenüberstellen dieser beiden Begriffe: Cyborg vs Black Cyborg bezieht das Projekt seine Impulse. Durch die Offenlegung und Befragung der Narrative des Black Cyborg versuchen Christoph Winkler und Zen Jefferson diese zu dekonstruieren und in eine andere physische Symbolik zu übertragen– in eine liquide Körpersprache. Im Mittelpunkt steht dabei die Auseinandersetzung mit Bildern und Stereotypen die afroamerikanischen Menschen zugewiesen werden.

Credits

Konzept: Christoph Winkler & Zen Jefferson | Performance: Zen Jefferson | Sound Design: Björn Stegmann | Kostüme: Tata Nuo | Technische Leitung: Martin Pilz | Produktionsdramaturgie: ehrliche arbeit – freies Kulturbüro.

Ein Projekt von Christoph Winkler und ehrliche arbeit - freies Kulturbüro. Gefördert aus Mitteln der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

www.uferstudios.com

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