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Foto aus der Produktion “Die Bretter, die die Welt bedeuten / Ubao unaomaanisha dunia/kila kitu”
©CWinkler

Eine Zusammenarbeit von Christoph Winkler & Robert Ssempijja

2018, Rekonstruktionsarbeit

Das Projekt nimmt die von Friedrich Schiller in seinem Gedicht "An die Freunde" formulierte Sentenz von den Brettern die die Welt bedeuten zum Anlass, dass Verhältnis von afrikanischem Tanz und westlichen, zeitgenössischem Tanz zu hinterfragen.

Über das Stück

„Sehn wir doch das Große aller Zeiten

Auf den Brettern, die die Welt bedeuten,

Sinnvoll still an uns vorübergehn.

Alles wiederholt sich nur im Leben,

Ewig jung ist nur die Phantasie;

Was sich nie und nirgends hat begeben,

Das allein veraltet nie!“

 

In diesem Gedicht setzt Schiller, ausgehend von seiner Suche nach dem "Idealen" seine Weimarer Welt mit den großen Weltverhältnissen in Beziehung.

 

Die Faszination für das Unbekannte der weiten Welt geht einher mit der Zufriedenheit mit der eigenen Situation. Eine mentale Konstellation die sich so durchaus auch auf unsere heutige Situation übertragen lässt. Gerne plädieren wir für mehr Teilhabe und würden post-koloniale Effekte korrigieren aber dies würde bedeuten, dass sich auch die eigene Situation ändern muss.

Das Projekt stellt deshalb zuerst die Frage: wem gehören die Bretter, was wird darauf gespielt und von wessen Welt ist da die Rede?

 

Schaut man auf den westlichen Tanz, so wird dann schnell klar, dass dessen Ästhetiken einen weißen Erfahrungshintergrund haben. Daraus entwickeln sich Präferenzen für bestimmte Körperkonzepte die unsere Idee von zeitgenössischem Tanz prägen. Dies kreiert eine kulturelle Dominanz welche für uns selbst weniger spürbar ist, für junge afrikanische Choreografen wie R. Ssempijja dagegen schon.

Dieses Projekt beginnt daher mit einer symbolischen Geste: R. Ssempijja wird die Bodenbretter des einzigen Tanzstudios in Kampala für zeitgenössischen Tanz abbauen und mit nach Berlin bringen. Diese Bretter sind ein Symbol für die Identität der Tanzszene Ugandas. Mit ihrem Umzug nach Berlin reisen auch all die Ideen mit welche auf ihnen entworfen worden und stellen sie dadurch in einen neuen Kontext. Während der Performance werden sie Stück für Stück wieder zusammengesetzt und geben dem Darsteller die Möglichkeit in Tänzen und Geschichten über den Austausch zwischen den beiden Welten zu erzählen.

Credits

Konzept, Choreografie Christoph Winkler | Choreografie, Tanz  Robert Ssempijja | Ausstattung Valentina Primavera | Technische Leitung Berlin Fabian Eichner | Produktionsdramaturgie: ehrliche arbeit – freies Kulturbüro.

Ein Projekt von Christoph Winkler und ehrliche arbeit - freies Kulturbüro. Koproduziert vom Ballhaus Ost Berlin. Gefördert aus Mitteln der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und dem Fonds Darstellende Künste.

www.ballhausost.de

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