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Foto aus der Produktion Golden Stars on Blue
©Heiko Marquardt/frischefotos.de

2015, 6 TänzerInnen

Zwölf goldene Sterne auf azurblauem Grund schmücken die europäische Fahne und knapp eine Minute dauert die offizielle Hymne der EU. Ausgehend von diesen beiden Symbolen untersucht "Golden Stars on Blue" nun die Idee von Gemeinschaft. Wie kann man Gemeinschaft denken als Kommunikationsraum unter Gleichen?

Bilder

Foto aus der Produktion 'Golden Stars on Blue'
Foto aus der Produktion 'Golden Stars on Blue'
Foto aus der Produktion 'Golden Stars on Blue'
Foto aus der Produktion 'Golden Stars on Blue'
Foto aus der Produktion 'Golden Stars on Blue'
Foto aus der Produktion 'Golden Stars on Blue'
Foto aus der Produktion 'Golden Stars on Blue'
Foto aus der Produktion 'Golden Stars on Blue'
Foto aus der Produktion 'Golden Stars on Blue'
Foto aus der Produktion 'Golden Stars on Blue'
Foto aus der Produktion 'Golden Stars on Blue'
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Foto aus der Produktion 'Golden Stars on Blue'
Foto aus der Produktion 'Golden Stars on Blue'
Foto aus der Produktion 'Golden Stars on Blue'
Foto aus der Produktion 'Golden Stars on Blue'

Über das Stück

Die zwölf Sterne stehen dabei nicht wie oft vermutet für die Anzahl der Gründungsstaaten sondern stehen für die von der Zahl 12 symbolisierte Einheit und Vollkommenheit. Das Motiv wurde über einen Zeitraum von 5 Jahren und aus über 100 Entwürfen ausgewählt weil alle anderen Entwürfe zu christlich erschienen und nicht von allen Ländern mitgetragen wurden. Wie die beiden Designer der Flagge aber später zugaben, ließen sie sich von den 12 Sternen der Krone der Jungfrau Maria inspirieren. So dass trotz fünfjähriger Diskussion letztendlich doch ein Symbol christlichen Ursprungs ausgewählt wurde.

 

Die Hymne ist eine sprachlose Version der Ode an die Freude von Beethoven arrangiert für Blaskapelle. Sprachlos ist sie deshalb weil keine einzelne Sprache den Staatenverbund dominieren sollte, schon gar nicht die deutsche. Doch ohne die Botschaft „Freude schöner Götterfunken“ mutiert die Hymne zu einem verstümmelten Stück Musik dessen einstige Botschaft sich komplett verflüchtigt hat.

 

In der Geschichte und dem Umgang mit den beiden Symbolen spiegeln sich in gewisser Weise viele Probleme Europas die wir aktuell sehen. Sachthemen werden im Kompromiss bis zur Unkenntlichkeit aufgelöst. Inhalte den Eigeninteressen geopfert. Was bleibt ist ein Europa der Technokraten die sich von Idealen nicht leiten lassen wollen und nur ökonomische Prinzipien gelten lassen.

 

Doch wie G. Agamben schreibt gilt es: „der Lüge entgegenzutreten, dieser Vertrag zwischen Staaten, den man als Verfassung ausgibt, sei das einzig denkbare Europa, diese ideen- und zukunftslose institutionalisierte Lobby, die sich der düstersten aller Religionen, der Religion des Geldes, blind verschrieben hat, sei die rechtmäßige Erbin des europäischen Geistes“.

 

Deshalb fordern wir die Symbole zurück, wir eignen sie uns wieder an, denn wir müssen sie ständig hinterfragen um sie lebendig zu halten. Wir haben die Hymne der EU mit technologischer Hilfe auf die Länge einer Stunde gedehnt um ihr die Schönheit zurückgegeben. In diesem akustischen Raum etablieren wir unsere eigene Version von Gemeinschaft als eine Verbindung die immer schon offen ist für das Andere und die Differenz.

Teaser

Credits

Von und mit: Karima El Amrani, Aimée Lagrange, Pietro Pireddu, Ahmed Soura, Aloalii Naughton Tapu, Naishi Wang | Konzept: Christoph Winkler | Lichtdesign: Arne Schmitt | Musik: Europahymne - Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen, Long Version by PaulStretch,Additional Effects by Tian Rotteveel | Bühnenbildassistenz: Lena Mody | Kostüme: Anna-Lisa Kentner & Malena Modéer | Produktionsdramaturgie: ehrliche arbeit  - freies Kulturbüro

 

Eine Produktion von Christoph Winkler und ehrliche arbeit – freies Kulturbüro in Kooperation mit Sophiensaele. Gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin - Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten und der dreijährigen Konzeptionsförderung des Fonds Darstellende Künste e.V. aus Mitteln des Bundes. Mit freundlicher Unterstützung von Phase7.

Termine

  • 9. Oktober 2015 Theater an der Parkaue | Freitags im Prater - Alles deutsch

    Teaser

    Was ist deutsch? – Answer it!

    Bekanntlich hat niemand mehr Schwierigkeiten, diese Frage zu beantworten als die Deutschen selbst.Der Berliner Choreograf Christoph Winkler ist da keine Ausnahme und gibt deshalb die Frage an die Tänzer seiner internationalen Kompagnie weiter, denn da was als typisch an uns erscheint, erfährt man in erster Linie von Menschen außerhalb des eigenen Kulturkreises.

    Die Antworten der Tänzer werden zu einer szenischen Collage aus Tänzen, Liedern und Geschichten zusammengefasst.Die Deutschen im Spiegel der Anderen.

    Informationen zum aktuellen Programm am Freitagabend immer kurzfristig unter www.parkaue.de

  • 15. – 18. Oktober 2015 Sophiensaele

    Uraufführung