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Foto aus der Produktion we are time
@www.frischefotos.de

2006, Solo, 50 Min.

Ein puristisches Solo: eine Tänzerin, ein Sound und eine Vielzahl von Bewegungen an der Grenze zur Aufnahmefähigkeit. Über einen Zeitraum von mehreren Monaten entstand das 50-minütige Tanzsolo: eine Reise in einen Körper, ein tänzerischer Trip mit großer Sogwirkung. Die ZuschauerInnen erleben hautnah, wie Zufit Simon zur Musik von Tony Conrads "Four Violins”, einem Klassiker der amerikanischen Minimal Music, ihren Körper in extremsten Bewegungen erkundet.

Bilder

Foto aus der Produktion 'we are time'
Foto aus der Produktion 'we are time'

Über das Stück

Tanz im Theater zu schauen ist ein besonderer Vorgang. Es bedarf, wie es Mallarmé in seiner kleinen Schrift "crayonné au thèatre" nennt "irgendeinen unpersönlichen oder fulminanten absoluten Blick". Der Tanzende selber tritt dabei als Person zurück, stellt nichts dar oder wie Mallarmé über tanzende Körper schreibt: Sie sind immer nur Emblem, nie jemand...‘ Erst durch dieses Zurücktreten wird es möglich Tanz als in Raum und Zeit organisierte Bewegungen zu verfolgen. Die Zeichenwerdung der Körper bzw. das Zurücktreten der Person, ist gewissermaßen die notwendige Eintrittskarte ins kinästhetische Wunderland. Für den Zuschauer dem es gelingt seinen Blick entsprechend zu präparieren, stellen sich die Bewegungen immer in einer linearen Abfolge, in einem Nacheinander dar. Mögen die Bewegungen auch noch so langsam sein so sind es doch immer Bewegungen in der Zeit. Tanz zu sehen ist also auch immer ein Schauen der Zeit. Der Tänzer dagegen kann sich nicht selber schauen. Er stellt das Bild erst her, denn erst er markiert den Raum in der Zeit. Man könnte also sagen er ist in der Zeit oder er stellt durch ein Handeln Zeit für den Betrachter dar. Aus diesem Vorgang resultiert ein Phänomen was man "die Angst der Tänzer vor dem Verschwinden" nennen könnte, ein psychophysisches Dilemma was beim Tanz immer schon da ist ob man will oder nicht. Diese Überlegungen begleiteten die Arbeit an diesem Solo die sich über einen längeren Zeitraum hinzog. Herausgekommen ist ein geradezu puristisches Tanzstück: eine Tänzerin, ein Sound (Tony Conrad) und eine Vielzahl von Bewegung deren Summe an der Grenze zur Aufnahmefähigkeit liegt. Dabei ist ein Solo entstanden was durch die Stilistik und die Exponiertheit der Tänzerin durchaus das Etikett "Neuer deutscher Ausdruckstanz" verdient.

Christoph Winkler - We are time - 2006 - Excerpt1 from Christoph Winkler on Vimeo.

Christoph Winkler - We are time - 2006 - Excerpt2 from Christoph Winkler on Vimeo.

Credits

Choreographie: Christoph Winkler
Tanz: Zufit Simon
Musik: Tony Conrad "Four Violins" 

Eine Produktion von Christoph Winkler. Gefördert durch die Kulturverwaltung des Landes Berlin. Unterstützt von INTERFACE Festival 2006 - Ballhaus Naunynstrasse und Eliashof.

Presseauszüge

"Christoph Winkler und Zufit Simon haben ein zeitloses Stück geschaffen, eindringlich, radikal und ungeheuer konsequent." (Tünde Pasdach, Hamburg)

Termine