We are going to Mars | Suite |

We are going to Mars | Suite |

2021, Zweiter Teil / Diaspora

Über das Stück

Das Projekt geht von der Geschichte des ersten afrikanischen Raumfahrtprogramms in Zambia aus und untersucht wie sich die Rezeption dieser Story in den letzten fünfzig Jahren verändert hat. Darüber hinaus schlägt es die Brücke zum Wirken des afroamerikanischen Musikers Sun Ra, welcher sein Credo „Space is the place“ zur selben Zeit entwickelte. Die Kompanie arbeitet daher mit mit Künstler*innen aus Afrika und den U.S.A. zusammen, um sowohl die lokale Perspektive als auch die der Diaspora  auf das Ereignis zu ermöglichen.

PART 2. THE MARS SUITE

Der zweite Teil des Projektes entstand in Kollaboration mit Symara Johnson und Tänzer*innen aus N.Y. Der Soundtrack wurde komponiert von dem Musiker*innenkollektiv Mourning [A] BLKstar aus Cleveland.

The “We’re going to Mars” Suite follows the inner foldings of Symara Johnson’s brain as she begins to delve into a fever dream of space travel. We see what it means for blackness to expand inter-dimensionally, this is a practice for the black mind/body in imagination. A collective body of blackness spanning throughout the east coast of the US takes time to show you where Mars is and opens the door to bring you with. This project is a demonstration of fantasy amidst a formal structure that does not always permit it. Where are we going? Are you coming? Enjoy this film as moment to fall into rest as we see the multiplicity of realities fold and bend, we are traveling into the beyond and perhaps not coming back.

Die Geschichte

Im Jahr 1960 gründete Edward Mukuka Nkoloso, ein Lehrer und Ex-Revolutionär die Zambia National Academy of Science, Space Research and Philosophy. Das vornehmliche Ziel dieser Akademie war es ein eigenes, afrikanisches Raumfahrtprogramm zu starten, um den Mond und den Mars zu erreichen und somit in das damalige „Space Race“ zwischen den U.S.A. und der Sowjetunion einzusteigen. Auf einer abseits gelegenen Farm trainierte er mit seinen „Afronauts“ die alle auch noch in der Band „The Dynamite Rock Music Group“ spielten an selbstgebauten Geräten.

So simulierten sie beispielsweise Schwerelosigkeit in dem sie von dem höchsten Punkt einer Schaukel absprangen oder rollten in einem Ölfass einen Hügel hinunter. Sie lernten auf den Händen laufen, weil das ihrer Meinung nach, die einzige Möglichkeit ist sich auf dem Mars fortzubewegen. Gemeinsam bauten sie eine Rakete, die D-Kalu 1 und hofften mit dieser am 24. Oktober 1964 dem Tag der sambischen Unabhängigkeit ins All zu starten. Die Rakete sollte gelenkt werden von der 17jährigen Matha Mwambwa, der einzigen Frau im Team.
Darüber hinaus sollten noch zwei Katzen und Cyclops, der Hund von Nkoloso ins All geschossen werden. Nachdem die sambische Regierung seinen Wunsch abgelehnt hatte, bat Nkoloso die UNESCO um einen Zuschuß von sieben Millionen sambischen Pfund was diese jedoch verweigerte. Durch den Mangel an Geld und die Schwangerschaft von Matha Mwambwa endete das Programm im Jahre 1969 ohne den erhofften Erfolg.

“Two of my best men went on a drinking spree a month ago and haven’t been seen since . . . Another of my astronauts has joined a local tribal song and dance group.”

Überraschenderweise taucht vierzig Jahre später ein Ausschnitt eines kurzen Interviews der Agentur Reuter mit E. Nkoloso auf. Darin sehen wir einen lächelnden Nkoloso der mit Stahlhelm und Seidenumhang Auskunft über sein Programm gibt während der Kommentator in typisch kolonialer Attitüde seine Geringschätzung für das Projekt zum Ausdruck bringt. Von diesem Moment an beginnt sich die Wahrnehmung zu ändern: „Some people think I’m crazy, but I’ll be laughing the day I plant Zambia’s flag on the moon.”

credits

Von und mit: Symara Johnson, Angel Glasby, Dava Huesca | Music: Mourning [A] BLKstar | Director: Symara Johnson | DoP: Yasmin Josiah | Assistant Producer: Kalliope Piersol | Costumes: Stanley Gambucci

Konzept: Christoph Winkler | Produktionsleitung: Laura Biagioni

Eine Produktion der Company Christoph Winkler in Koproduktion mit SOPHIENSÆLE.
Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

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