Mapping Environmental Dance

Mapping Environmental Dance

www.environmental-dance.com

2021

Über das Stück

Der Klimawandel und die damit einhergehenden sozialen Verwerfungen beschäftigt die Menschen in allen Teilen der Welt. Die Auswirkungen menschengemachter Veränderungen auf das Klima werden das Leben und das Miteinander auf diesem Planeten in drastischer Weise beeinflussen. Um die weitergehende Zerstörung der Umwelt aufzuhalten wird es notwendig sein einen Wechsel vom anthropozentrischen Weltbild zu einem Umgang mit der Natur zu finden welcher alle Lebensformen als gleichberechtigt ansieht. Hier liegt eine große Hoffnung auf den Möglichkeiten von Wissenschaft und Technologie aber um eine wirkliche Nachhaltigkeit im Umgang mit der Natur zu erreichen wird Technologie allein nicht ausreichen. Das Problem des Klimawandels kann nur gemeinsam gelöst werden und dabei kann die Kunst helfen. Tanz als eine der ursprünglichsten Ausdrucksformen hat unserer Meinung nach das Potential diese Suche zu begleiten denn viele Kulturen verfügen über ein großes Repertoire an Tänzen die in vielfältigen Formen die Beziehungen der Menschen zur Natur ausdrücken. Dies gilt auch für die zahlreichen afrikanischen Tanzkulturen. Erntedanktänze, Tiertänze oder Rituale wie z.B. das Regenmachen sind oft Teil komplexer Zeremonien die auf genauer Beobachtung der sich verändernden Natur basieren und getragen sind von einem Verständnis der lokalen Ökosysteme.

Wir möchten daher fragen: kann es sein, dass das Praktizieren solcher Tänze uns aufmerksamer für die Belange der Natur macht? Das der Tanz uns eine größere Achtsamkeit unserer Umwelt gegenüber lehren kann? Und wie könnte dann ein zeitgenössischer Tanz aussehen der sich neu mit unserem Verhältnis zur Natur in all ihren Facetten auseinandersetzt?

ZWEITER TEIL DES PROJEKTS: ENVIRONMENTAL DANCE GLOBE

Die interaktive Webseite environmental-dance.com, verknüpft Wissen um die klimatischen Veränderungen der Erde mit traditionellen und zeitgenössischen Tänzen weltweit, die den Menschen und sein Eingebunden-Sein in der Natur reflektieren. Ziel von Environmental Dance ist es, den Wandel des Klimas auf unterschiedlichen Ebenen erfahrbar und sichtbar zu machen, und dazu Tanz, wissenschaftliche Daten und persönliche Zeugnisse aus zahlreichen Ländern der Welt gleichermaßen zu nutzen.

Die Webseite zeigt einen Globus. Mit einem Klick auf eine Region gelangt man zu zahlreichen Videos und Interviews – und kann auch wissenschaftliche Daten zum Klimawandel abbilden.
Der Tanz, der hier zu sehen ist, wird so geographisch verortet und in Zusammenhang mit einer Landschaft und den dort arbeitenden Künstler*innen gestellt. Die Tanzvideos sind zum einen Dokumentationen traditioneller Tänze zur Heraufbeschwörung von Regen oder Dank für die Ernte. Sie markieren das lange Erbe, auf das der Tanz weltweit in der Auseinandersetzung mit der Natur zurückblickt. Zum anderen präsentiert die Webseite zeitgenössischen Video-Tanz aus zahlreichen Regionen der Welt, der ganz unterschiedliche Wege findet, das Verhältnis von Umwelt und Mensch zu reflektieren.
In den Interviews berichten Menschen quer über den Globus von ihren persönlichen Wahrnehmungen des Klimawandels und erzählen davon, wie die Veränderungen der Erde für sie jeweils greifbar werden. Zu Wort kommen hier Bauern oder naturverbundene Menschen ebenso wie Klimaaktivisten.
Zudem können auf dem Globus weitere klimarelevante Daten abgebildet werden, die in Kooperation mit dem geographischen Institut der Universität Bern bearbeitet wurden.

videos

Zweiter Teil des Projekts Environmental Dance
Environmental dance globe

Zweiter Teil des Projekts Environmental Dance
Trailer

credits

Konzept: Christoph Winkler | Programmierung: Frederic Tachaoui | Video editing: Gabriella Fiore | Produktionsleitung: Laura Biagioni

Künstler*innen: Emma Daniel und Elisa Cucinelli  | Julie Iarisoa | Ridwan Rasheed & Oluwafemi Adebajo | Dawit Seto | Zefania E. Mkumbo | MuDa | Robert Ssempijja | Donglas Koirewoa | Ea Torrado with Chino Neri, Mia Cabalfin, Eisa Jocson and Daloy | Okurut George | Aloalii Tapu | Nestor Yahi Gahe | Lukas Karvelis | Michael Kaddu | Said El Haddaji | Juan Felipe Miranda Medin | Diana Teresa Gutierrez | Alex Ssebaggala | Florent Nikiéma | Eliz Queen Andika | Tushrik Fredericks & Brandon Yoon | Boogie Papeda

Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und vom Fonds Darstellende Künste aus Mittel der Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Termine

Pressauszüge

Ist die Welt noch zu retten? rbbKultur Klima-Gespräche
"ENVIRONMENTAL DANCE": NEUE WEBSITE ZUR KLIMAKRISE

Ein Gespräch mit dem Choreografen Christoph Winkler, der die Klimakrise online erfahrbar machen möchte

Mit der neuen Website environmental-dance.com will der Choreograf Christoph Winkler die Klimakrise erfahr- und sichtbar zu machen. Dazu sollen Tanz, wissenschaftliche Daten und persönliche Zeugnisse aus zahlreichen Ländern der Welt gleichermaßen genutzt werden. Wie genau das aussieht und wer alles mitmacht - dazu mehr von Christoph Winkler selbst, der zu Gast im rbbKultur-Studio ist.
- rbbKultur -

Link zum Interview

 

Interview: Tanz macht den Klimawandel begreifbar

Wissen um die Veränderungen des Klimas mit Tanz verknüpfen: Mit diesem ganz anderen Zugang will der Choreograf Christoph Winkler eine Brücke zwischen wissenschaftlichen Fakten und emotionalem Ausdruck schlagen. Webseite environmental-dance.com versammelt er Videos und Interviews, zeigt Künstler aus verschiedenen Weltregionen, die sich dem Thema Klimawandel mit der Ausdrucksform des Tanzes nähern oder in Gesprächen Auskunft geben, wie sie der Erderwärmung begegnen. Im Interview mit globalmagazin erklärt er seine Motivation für das ungewöhnliche Projekt.

  • Tanzen gilt oft als Ausdrucksmittel für Freude: (Wie) Kann ein Tanz auch das eher schwierige Thema Klimawandel vermitteln?

Christoph Winkler: Am Anfang jeder Klimadebatte steht für den Einzelnen zunächst eine ganz einfache Aufgabe: Geh sorgsam mit der Natur um und achte sie. Diese Achtsamkeit drücken Menschen seit Jahrtausenden auch in Tänzen über und in der Natur aus. Sich dessen bewußt zu werden und dieses Wissen wieder zu aktivieren erscheint da nur logisch.

  • Warum glauben Sie, dass es Tanz als „anderen“ Zugang in der Klimaschutz-Debatte braucht, um (mehr) Menschen für das Thema zu gewinnen?

Tanz bringt Menschen zusammen und findet dabei außerhalb von Sprache statt. Er ist somit allen Menschen zugänglich, egal welcher Herkunft.

  • Wichtig ist im Projekt die Verknüpfung von (eher nüchternen) wissenschaftlichen Daten und Fakten mit dem (emotionalen Ausdruck durch) Tanz: Worin liegt GENAU diese Verbindung zwischen beiden Elementen?

Der Klimawandel wird noch allzu oft nur über wissenschaftliche Parameter kommuniziert. Es fehlen Ansätze in welchen die wissenschaftlichen Fakten mit der individuellen Erfahrung der Menschen zusammengebracht werden. Unser Projekt ist der Versuch genau das zu tun: Tänze in denen sich die Erfahrungen der lokalen Tanzkünstler ausdrücken werden mit faktischen Klimadaten kombiniert.

  • Warum konzentrieren Sie sich in Ihrem Projekt auf Tänzerinnen und Tänzer aus anderen Regionen der Erde: Hat in Deutschland Tanz keinen Stellenwert?

Das ist eine Frage der Klimagerechtigkeit. Wir haben zunächst mit Regionen begonnen die nur wenig zum Klimawandel beitragen aber überproportional von den Folgen dessen betroffen sein werden. Mittlerweile gibt es aber auch zwei Beiträge aus Deutschland.

  • Wie soll das Projekt weiter wachsen?

Das Projekt ist noch sehr jung. Wir sind momentan dabei es in der Tanzszene bekannt zu machen. So wird es beispielsweise beim diesjährigen Tanzkongress vorgestellt werden. Darüberhinaus präsentieren alle beteiligten Künstlerinnen ihre Arbeit in den jeweiligen Regionen.
- globalmagazin.com -

 

Wasserkanister im ausgetrockneten Flussbett weisen die Spur

Der Berliner Chroeograph Christoph Winkler hat eine weltweite Initiative gestartet. Ein Klick auf dem Globus zeigt die neuesten Entwicklungen.

Der Berliner Choreograf Christoph Winkler geht immer wieder neue Wege. Jetzt hat er die interaktive Webseite environmental-dance.com freigeschaltet, um den Klimawandel sichtbar zu machen. Darin verbindet Winkler Klimaforschung und Tanz aus aller Welt. Angefangen hat es mit einem Projekt während der Pandemie, als die Künstler nicht reisen konnten.

„Wir haben Corona-Hilfen bekommen und überlegten: Wie können wir Projekte machen, an denen wir unsere Kollegen beteiligen?“, erzählt Winkler, der dann einen Online-Video-Wettbewerb initiierte. Thema: bestes afrikanisches Umwelt-Tanzvideo.

Über die befreundeten Tänzer Ahmed Soura und Robert Ssempijja besaß er Verbindungen nach Burkina Faso und Uganda. Die beiden verbreiteten den Aufruf über ihre Kanäle. Ausgelobt wurden zehn erste Preise zu 250 Euro. „Viele haben das Müllproblem thematisiert und die Entwaldung,“ erzählt Winkler. Zahlreiche Videos wurden mit dem Handy gedreht. Die Gewinner erhielten zusätzlich Geld aus einem Digitalfonds, um die technische Qualität der Videos zu verbessern und eine Kameramann zu engagieren.

Weil das Online-Projekt so großen Anklang fand, beschloss Winkler: Das müssen wir weitermachen! Zunächst stellte sich die Frage, wie die Videos präsentiert werden. Winkler kam die Idee mit dem Globus. Es war zwar größenwahnsinnig, in globalen Dimensionen zu denken, aber der Choreograph hatte Kontakte zum geografischen Institut der Universität Bern, dem das mLAB angedockt, um Klimaforschung in künstlerische Zusammenhänge zu übertragen. Es bearbeitet Daten künstlerisch, um sie einem größeren Publikum erreichen zu machen.

Ruft man die Webseite environmental-dance.com auf, sieht man einen sich drehenden Globus, auf dem Klima-Daten abgebildet werden können. An ihnen lässt sich ablesen, wie stark die Temperaturen weltweit in den letzten 150 Jahren angestiegen sind – und sie sich Hochrechnungen zufolge bis ins Jahr 2100 weiterentwickeln.

Die Simulationen zu Temperaturanstieg und Niederschlagsmengen wurden vom mLAB erstellt und mit Geldern aus der Digitalförderung finanziert. Bei den CO2-Emissonen wurden externe Quellen wie ArcGis hinzugezogen. Die Entwicklung der Gletscher weltweit ist derzeit in Arbeit.

Klickt man auf eine bestimmte Region auf dem Globus, gelangt man zu den Tanz-Videos. Den Grundstein bildeten die Auftragswerke aus afrikanischen Ländern. Darüber hinaus sind Videos aus anderen Ländern des globalen Südens hinzugekommen, mittlerweile auch einige aus Europa. Die Videos wurden in unterschiedlichen Landschaften gedreht: im Dschungel und in der Steppe. In einem Video aus Äthiopien markieren die Tänzer:innen mit Kanistern den ursprünglichen Verlauf des Gewässers in einem ausgetrockneten Flussbett.

Andere afrikanische Tänzer:innen durchpflügen Müllkippen mit Autoreifen oder stülpen ihre Körper in Plastiktüten. Geradezu surreal mutet ein Video aus den Philippinen an, das Tänzerinnen am Strand zeigt, die in bizarren Kostümen aus zerschnittenen Plastikflaschen stecken und wie fantastische Meereswesen aussehen.

Dritte Säule des Projekts bilden die Videos traditioneller Tänze. Er wolle zeigen, dass sich schon viele Tänze mit Natur beschäftigen, etwa Erntedank- und Regentänze, so Winkler. Ergänzt werden sie durch Interviews, in denen Farmer, Künstler, Klimaaktivisten berichten, wie der Klimawandel für sie greifbar wird.

Winkler konnte sein weltweites Netzwerk für dieses ambitionierte Projekt nutzen. In den kommenden Monaten kommen weitere Videos, Interviews und Daten hinzu. Beim Tanzkongress im Juni in Mainz wird der Choreograf die Webseite im Rahmen einer Lecture vorstellen. Winkler hat mit environmental-dance.com Pionierarbeit geleistet. Nun hofft er, dass sich weitere Kompanien beteiligen, die die Videos selbst finanzieren können. „Das Projekt hat das Potenzial, dass die Tanzszene ein großes Statement macht.“
- von Sandra Luzina - tagesspiegel.de-

 

Interwiev: Christoph, Du sitzt zum Zoomen gerade in Eurem Studio in einem ehemaligen Elektrounternehmen in Lichtenberg. Einer Eurer beiden Räume ist kürzlich verwaltungsseitig ausgeschrieben und vergeben worden. Was bedeutet das für die Company Christoph Winkler?

Christoph Winkler: Seit der Vermieter vor zweieinhalb Jahren eine Mieterhöhung um das Dreifache signalisiert hat, haben wir mit dem Senat und den Zuständigen nach einer Lösung gesucht. Die ist dann auch gelungen: Die Kulturraum Berlin GmbH übernimmt unsere beiden Räume ins Arbeitsraumprogramm. Wir haben den großen Raum abgegeben, den im Juryentscheid der Choreograf Jefta Van Dinther bekommen hat, und haben uns auf den kleineren Raum zurückgezogen. Wir verlieren nicht unseren Ort und jemand Neues kann dazukommen.

Angesichts der dramatischen Raumsituation in Berlin klingt das sehr gefasst. Wie steht es um Eure Finanzierung?

Christoph Winkler: Finanziell ist es wie gehabt: Wir bekommen die vierjährige Konzeptförderung des Landes Berlin, die wir 2023 neu beantragen müssen. Um finanziell über die Runden zu kommen, muss ich für unsere Projekte Antrags-Dauerlauf machen. Mit dem Corona-Programm NEUSTART KULTUR sind zusätzliche Förderinstrumente dazugekommen. Tanz.Digital oder #TakePart, mit dem wir die Webseite für das Projekt Environmental Dance zur Klimakrise finanziert haben, hat bei uns schon eine gewisse Entwicklung ausgelöst. Teil dieses finanziellen Deals ist allerdings, dass ich Bauarbeiten noch selbst mache und den Boden im neuen Studio verlege.

Auch das klingt eher nach Verwalten des Mangels denn nach Vergnügen am Handwerk.

Christoph Winkler: Naja. Dazu haben wir von der AG Konzeptgeförderter Gruppen, die schon lange in Berlin arbeiten, ein Positionspapier verfasst, das wir dem LAFT übergeben haben. Darin geht um den Rückgang der institutionellen Förderung, um die Alterspyramide in den freien darstellenden Künsten und um Generationengerechtigkeit. Die Situation ist für uns alle ähnlich – ob She She Pop, das Solistenensemble Kaleidoskop oder Gob Squad: Wir sind mit dem Dauerbeantragen von Fördergeldern beschäftigt. Die Hauptförderung reicht nicht aus, und obwohl man ein Votum für seine Arbeit bekommen hat, muss man von Jury zu Jury ziehen. Da sollte Berlin tatsächlich sagen, okay, wir haben viele große Häuser, wir haben aber auch einen über Jahrzehnte gewachsenen Block freier Gruppen mit einer großen Power und mit großem Erfolg, um den wir uns kümmern müssen.

Die 10.000 Euro aus dem Deutschen Tanzpreis sind da sicher nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Inwiefern haben solch renommierte Preise positive Auswirkungen – eine höhere Förderung, weniger Antrags-Dauerlauf, mehr Anfragen?

Christoph Winkler: Ich freue mich natürlich, keine Frage. Nach der Erfahrung der anderen Preise erwarte ich aber keinen Freifahrtschein. Die ersten Ablehnungen für Anträge kommen auch schon wieder rein. Entscheidend wäre, mit der Förderung anders zu reagieren, so wie wir das in unserem Positionspapier vorschlagen.

Wie schafft Ihr es, unter diesen finanziell engen Bedingungen auch noch Gelder und Ressourcen an Künstler*innen und Initiativen in anderen Ländern weiterzugeben? Während der Pandemie habt Ihr im Projekt Environmental Dance Videoaufträge zum Thema Klimakatastrophe in alle Welt vergeben, nach Burkina Faso, Kolumbien, Japan, Tunesien, auf die Philippinen.

Christoph Winkler: Wenn man mit Leuten aus dem Globalen Süden zusammenarbeitet, sollten sie auch etwas davon haben, im Sinne von Nachhaltigkeit für ihre Struktur. Bei Environmental Dance kommt noch dazu, dass die Interviews und Videos dem Thema entsprechend lokal produziert werden müssen.

Erklärst Du kurz das Anliegen des Projekts?

Christoph Winkler: Wir sammeln auf der Webseite Umwelt-Tanz-Videos aus aller Welt, auf einem Globus mit aktuellen Klimadaten, den uns das Geographische Institut der Universität Bern programmiert hat. Der Klimawandel und die damit einhergehenden sozialen Verwerfungen beschäftigen die Menschen in allen Teilen der Erde. Unserer Meinung nach kann der Tanz die Suche nach einem nachhaltigeren Umgang mit unserer Umwelt begleiten. In vielen Kulturen gibt es Tänze, die das Verhältnis der Menschen zur Natur ausdrücken – Erntedanktänze, Tiertänze oder Rituale wie das Regenmachen, die auf genauer Beobachtung der Natur und einem Wissen um die lokalen Ökosysteme beruhen. Dieses Wissen teilen die Kolleg*innen bei Environmental Dance mit uns. Ich reise nicht mit einer Crew um die ganze Welt, sondern sie nutzen die eigene Struktur oder bauen sie auf. So wie der Tänzer Ahmed Soura, der in Burkina Faso mit den in Europa verdienten Gagen seit einigen Jahren ein eigenes Produktionshaus errichtet, oder Robert Ssempijja, der für ein ähnliches Vorhaben in der Region von Luanda Land gekauft hat. Das unterstützen wir, so weit es uns möglich ist.

Ist das eine Art Entwicklungshilfe?

 Christoph Winkler: Auf die Dauer erhöhen diese lokalen Vorhaben die Sichtbarkeit im eigenen Land. Gerade in Ländern Afrikas geht es auch darum, klar zu machen, dass Tanz und Choreografie ökonomisch ein Beruf sein können. Umgekehrt ist die Zusammenarbeit auch für uns sehr bereichernd, weil wir mitbekommen, wie groß und divers die Tanzszene weltweit ist.
- Elena Philipp - Tanzraumberlin