We are going to Mars | and we’ll unite the galaxies |

We are going to Mars | and we’ll unite the galaxies |

"Our spacecraft, Cyclops I, will soar into deep abysmal space beyond the epicycles of the seventh heaven" The Zambian Space Program Manifesto

2021, Erster Teil | Afrika

Über das Stück

Das Projekt geht von der Geschichte des ersten afrikanischen Raumfahrtprogramms in Zambia aus und untersucht wie sich die Rezeption dieser Story in den letzten fünfzig Jahren verändert hat. Darüber hinaus schlägt es die Brücke zum Wirken des afroamerikanischen Musikers Sun Ra, welcher sein Credo „Space is the place“ zur selben Zeit entwickelte. Die Kompanie arbeitet daher mit mit Künstler*innen aus Afrika und den U.S.A. zusammen, um sowohl die lokale Perspektive als auch die der Diaspora  auf das Ereignis zu ermöglichen.

Part 1. We are going to Mars and we’ll unite the galaxies

Der erste Teil des Projektes wurde in Zusammenarbeit mit der ugandischen freien Tanszene unter der Regie von Robert Ssempijja realisiert. Die Band  HHY & The Kampala Unit und Arsenal haben zusammen mit dem Musiker Jonathan Uliel Saldanha zwei Stücke komponiert welche die Basis für die filmischen Arbeiten bildet.


Die Geschichte

Im Jahr 1960 gründete Edward Mukuka Nkoloso, ein Lehrer und Ex-Revolutionär die Zambia National Academy of Science, Space Research and Philosophy. Das vornehmliche Ziel dieser Akademie war es ein eigenes, afrikanisches Raumfahrtprogramm zu starten, um den Mond und den Mars zu erreichen und somit in das damalige „Space Race“ zwischen den U.S.A. und der Sowjetunion einzusteigen. Auf einer abseits gelegenen Farm trainierte er mit seinen „Afronauts“ die alle auch noch in der Band „The Dynamite Rock Music Group“ spielten an selbstgebauten Geräten.

So simulierten sie beispielsweise Schwerelosigkeit in dem sie von dem höchsten Punkt einer Schaukel absprangen oder rollten in einem Ölfass einen Hügel hinunter. Sie lernten auf den Händen laufen, weil das ihrer Meinung nach, die einzige Möglichkeit ist sich auf dem Mars fortzubewegen. Gemeinsam bauten sie eine Rakete, die D-Kalu 1 und hofften mit dieser am 24. Oktober 1964 dem Tag der sambischen Unabhängigkeit ins All zu starten. Die Rakete sollte gelenkt werden von der 17jährigen Matha Mwambwa, der einzigen Frau im Team.
Darüber hinaus sollten noch zwei Katzen und Cyclops, der Hund von Nkoloso ins All geschossen werden. Nachdem die sambische Regierung seinen Wunsch abgelehnt hatte, bat Nkoloso die UNESCO um einen Zuschuß von sieben Millionen sambischen Pfund was diese jedoch verweigerte. Durch den Mangel an Geld und die Schwangerschaft von Matha Mwambwa endete das Programm im Jahre 1969 ohne den erhofften Erfolg.

“Two of my best men went on a drinking spree a month ago and haven’t been seen since . . . Another of my astronauts has joined a local tribal song and dance group.”

Überraschenderweise taucht vierzig Jahre später ein Ausschnitt eines kurzen Interviews der Agentur Reuter mit E. Nkoloso auf. Darin sehen wir einen lächelnden Nkoloso der mit Stahlhelm und Seidenumhang Auskunft über sein Programm gibt während der Kommentator in typisch kolonialer Attitüde seine Geringschätzung für das Projekt zum Ausdruck bringt. Von diesem Moment an beginnt sich die Wahrnehmung zu ändern: „Some people think I’m crazy, but I’ll be laughing the day I plant Zambia’s flag on the moon.”

credits

Von und mit: Robert Ssempijja | Denis Magezi | Lydia Kasirye Nanozi | Shane Munina | Stuart EtouDavis Ahimbisibwe | Herbert Jovan Simbwa | Denis Lule | Dance Theatre Uganda | Umar Kareregga | Fausta Nakasujja | Joana Mbabazi | Joan Nakawombe | Shafic Walusimbi | Ian Elijah Ssenkungu | Richard Kasosi | Edward Jjombwe | Salama Natabi | Sosolya Undugu Dance Academy | Intare Performers | Walter Ruva | Moses Mukalazi | Anna Tracy Aguti | Martha Naggita | Prisca Atite | Noah Bemuka | Bosco Kitabira | Joel Kakande | Godfrey Natuhwera | Julius Musenze |Edison Musanje | Mario William Mayega | Kwizera Gideon | Richard Tamale | Musik: HHY & The Kampala Unit | Arsenal | Kostüme: GC Fashion | Künstlerische Kampala Crew/Graphic and Web design: Anthony Okiria | Visual artist: Joel Kateeba

Uganda Video Productions:  Teflon Film | Director und Editor: Kizza Moses | Erster Kameramann: Kino Musoke | Zweiter Kameramann: Mugera Spin Godfrey | Assistent DOP: Ivan Clark Niwamanya | Fotograf: Jeff  Musoke | Drone pilot: Asaph Kasujja | Tonmeister: Brian Kisembo Delon | Digital Imaging Technician: Eric Mukalazi | Produktionsassistent: Ark Martin Kyaligamba Kisiti | Set Runner: Habib Mbogo 

Konzept: Christoph Winkler | Produktionsleitung: Laura Biagioni | Video editing: Gabriella Fiore

Eine Produktion der Company Christoph Winkler in Koproduktion mit SOPHIENSÆLE.
Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

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