We are going to Mars | and we’ll unite the galaxies |

We are going to Mars | and we’ll unite the galaxies |

"Our spacecraft, Cyclops I, will soar into deep abysmal space beyond the epicycles of the seventh heaven" The Zambian Space Program Manifesto

2021, Erster Teil | Afrika

Über das Stück

Im Jahr 1960 gründete Edward Mukuka Nkoloso die Zambia National Academy of Science, Space Research and Philosophy. Das Ziel: Ein eigenes, afrikanisches Raumfahrtprogramm, um in das „Space Race“ zwischen den USA und der Sowjetunion einzusteigen. Auf einer abseits gelegenen Farm trainierten die „Afronauts“ an selbstgebauten Geräten. Gemeinsam kreierten sie eine Rakete aus Blech und wollten mit dieser am 24. Oktober 1964 – dem Tag von Zambias Unabhängigkeit von Großbritannien – ins All starten. Lenken sollte die Rakete die 17-jährige Matha Mwambwa, die einzige Frau im Team. Den Versuch, ein afrikanisches Raumfahrtprogramm zu starten, nahm die internationale Presse alles andere als ernst. Doch auf die Idee, das Projekt als satirischen Kommentar auf den Größenwahn und die Absurdität eines imperialistischen Kräfte-Messens wie des „Space Race“ zu verstehen, kam kaum jemand. Bis vor zehn Jahren ein Video vom Training auftauchte und einen Wandel der Perspektive auslöste. Bis heute ist nicht sicher, ob das Projekt ein ernst gemeintes wissenschaftliches Unterfangen, ein Witz auf Kosten der Kolonialmächte oder gar die Tarnung für ein Trainingscamp für Unabhängigkeitskämpfer*innen war. So oder so: Der Begriff der Afronauts steht heute für ein neues, in den Videos aus den 60ern sichtbares Selbstbewusstsein Schwarzer Menschen.

Ursprünglich als Bühnenstück geplant änderte die Kompanie das Konzept und produzierte gemeinsam mit lokalen Künstler*innen Videoarbeiten in Uganda und den USA, die ganz unterschiedliche Akzente setzen. Der ugandische Beitrag, der u. a. mit dem Choreografen Robert Ssempijja entstanden ist, zelebriert die Aufbruchsstimmung, die mit dem Space-Programm verbunden ist, und verortet den Mars in der eigenen Heimat. Die We Are Going to Mars Suite von Mourning [A] BLKstar und Symara Johnson ist dagegen ein Fiebertraum, der uns über formale Grenzen hinweg neue Fantasien der Raumfahrt eröffnet.

Part 1. We are going to Mars and we’ll unite the galaxies

Der erste Teil des Projektes wurde in Zusammenarbeit mit der ugandischen freien Tanszene unter der Regie von Robert Ssempijja realisiert. Die Band  HHY & The Kampala Unit und Arsenal haben zusammen mit dem Musiker Jonathan Uliel Saldanha zwei Stücke komponiert welche die Basis für die filmischen Arbeiten bildet.

credits

Von und mit: Robert Ssempijja | Denis Magezi | Lydia Kasirye Nanozi | Shane Munina | Stuart EtouDavis Ahimbisibwe | Herbert Jovan Simbwa | Denis Lule | Dance Theatre Uganda | Umar Kareregga | Fausta Nakasujja | Joana Mbabazi | Joan Nakawombe | Shafic Walusimbi | Ian Elijah Ssenkungu | Richard Kasosi | Edward Jjombwe | Salama Natabi | Sosolya Undugu Dance Academy | Intare Performers | Walter Ruva | Moses Mukalazi | Anna Tracy Aguti | Martha Naggita | Prisca Atite | Noah Bemuka | Bosco Kitabira | Joel Kakande | Godfrey Natuhwera | Julius Musenze |Edison Musanje | Mario William Mayega | Kwizera Gideon | Richard Tamale | Musik: HHY & The Kampala Unit | Arsenal | Kostüme: GC Fashion | Künstlerische Kampala Crew/Graphic and Web design: Anthony Okiria | Visual artist: Joel Kateeba

Uganda Video Productions:  Teflon Film | Director und Editor: Kizza Moses | Erster Kameramann: Kino Musoke | Zweiter Kameramann: Mugera Spin Godfrey | Assistent DOP: Ivan Clark Niwamanya | Fotograf: Jeff  Musoke | Drone pilot: Asaph Kasujja | Tonmeister: Brian Kisembo Delon | Digital Imaging Technician: Eric Mukalazi | Produktionsassistent: Ark Martin Kyaligamba Kisiti | Set Runner: Habib Mbogo 

Konzept: Christoph Winkler | Produktionsleitung: Laura Biagioni | Video editing: Gabriella Fiore

Eine Produktion der Company Christoph Winkler in Koproduktion mit SOPHIENSÆLE.
Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

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