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Foto aus der Produktion Hauptrolle
©www.frischefotos.de

2014, Solo, 70 Min.

Sie gehört zu den Heiligtümern der deutschen Bühnenkultur, sie ist der Traum aller Darsteller, ihre Besetzung vornehmste Aufgabe von Dramaturgie und Regie: die Hauptrolle! Was aber, wenn Hautfarbe und Herkunft nicht zur großen Aufgabe zu passen scheinen? Siegfried, Faust oder Woyzeck? Ein Tanzsolo von Christoph Winkler für Ahmed Soura über die Sichtbarkeit „farbiger“ Darsteller im deutschen Theater.

Bilder

Foto aus der Produktion 'Hauptrolle'
Foto aus der Produktion 'Hauptrolle'
Foto aus der Produktion 'Hauptrolle'
Foto aus der Produktion 'Hauptrolle'

Über das Stück

Ende vergangenen Jahres schrieb der Schauspieler Murali Perumal, der sich selbst als indo-germanischer Schauspieler bezeichnet, einen offenen Brief an eine Redakteurin von Jetzt.de um seine Erfahrungen als „farbiger“ Darsteller an deutschen Stadttheatern darzustellen. Dies geschah im Rahmen einer größeren Debatte an den Münchener Kammerspielen über die mangelnde Sichtbarkeit von Darstellern mit Migrationshintergrund und die Schwierigkeiten, die offensichtlich einige Dramaturgen bei der Besetzung von Hauptrollen mit dunkelhäutige Darsteller haben. Die Stücke über welche innerhalb dieser Debatte geredet wurde gehören zum überwiegenden Teil zum Kanon der Hochkultur. Die sogenannten Hochkultur fungierte auf beiden Seiten der Diskussion als Referenz. Für die migrantischen Darsteller als Grenze, die schwer von ihnen zu überschreiten ist und von einigen Dramaturgen als ästhetische Einheit, die es erforderlich machen würde das Auftauchen dunkelhäutiger oder migrantischer Akteure zu erklären.

 

Dem aussenstehenden Beobachter dieser Situation stellen sich eigentlich zwei Fragen: Was macht es ästhetisch so schwierig einen schwarzen Faust oder türkischstämmigen Woyzeck zu sehen und aus der anderen Perspektive: Warum sollten diese Figuren für migrantische Darsteller überhaupt von Interesse sein?

 

Um diesen Fragen nachzugehen lädt der Choreograf Christoph Winkler nun seinen Kollegen den Tänzer-Choreografen Ahmed Soura ein sich probehalber mit einigen Theaterfiguren der deutschen Hochkultur auseinanderzusetzen. Dabei geht es weniger darum eine abschliessende Interpretation vorzuschlagen, sondern die etwaigen Berührungspunkte und Möglichkeiten, die in so einer Begegnung stecken auszuloten bzw. sichtbar zu machen.

 

Ahmed Soura stammt aus Burkina Faso und kam im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Christoph Schlingensief nach Deutschland. Seit dieser Zeit pendelt er zwischen den Welten und bringt damit eine sehr eigene Perspektive auf diese Figuren mit.

Trailer

Christoph Winkler - Hauptrolle | Trailer (ohne UT) from Christoph Winkler on Vimeo.

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