Space Requirements of the Living Operator

Space Requirements of the Living Operator

2026

Über das Stück

“Space Requirements of the Living Operator” basiert auf der Forschungsarbeit “The Cadaver in the Machine” aus dem Jahr 2024. Die von Forschenden der Cornell University und anderen Institutionen verfasste Studie dient als Metapher und wissenschaftliche Kritik daran, wie tief verwurzelte, voreingenommene Annahmen über den menschlichen Körper in moderne Technologien eingebettet sind. Im Mittelpunkt steht dabei die 1955 erschienene Studie “Space Requirements of the Seated Operator” des Wissenschaftlers Wilfred Taylor Dempster, die ausführlich die frühe Forschung und mathematische Modellierung des menschlichen Körpers beschreibt. Sie basierte maßgeblich auf der Sektion und Vermessung von tiefgefrorenen Leichenteilen weißer sportlicher Männer. Diese Daten dienten auch als Goldstandard für das Motion Capturing. Dabei wurden Frauen, andere Haut- und Körpertypen sowie beispielsweise Menschen mit Behinderung außen vor gelassen.

Die experimentelle CGI Videoarbeit “Space Requirements of the Living Operator” inszeniert nun den symbolischen Kampf der vergessenen und exkludierten Körpertypen. Dafür wurden einige der ältesten im Internet frei verfügbaren Motion Capture Daten der Carnegie Mellon University als Bewegungsgrundlage genutzt und durch komplexe Softbody- und Muscle-Simulations ergänzt. Dadurch bricht sie den starren historischen “Goldstandard” auf und holt so das verdrängte Organische zurück in die Maschine. Visuell wird dieser Prozess in extremen Nahaufnahmen von Haut- und Körperwelten erfahrbar. Sämtliche 3D Modelle und Texturen wurden dafür mittels Digital Sculpting und einer Kombination aus prozeduralen Techniken von Grund auf neu erstellt. Die akustische Ebene verbindet Geräusche des menschlichen Körpers – von knackenden Gelenken bis zum Streichen über die Haut – mit elektronischen Klängen. Die organischen Sounds wurden digital verfremdet, verzerrt und in einen eigens komponierten Soundtrack eingewebt.

 

Die Dramaturgie des Videos folgt einer dreiteiligen Struktur. Zunächst richtet sich der Blick auf die gefrorene, weiße Haut des historischen Modells. Im zweiten Teil beginnt die organische Masse sich zu befreien, um schließlich nach einem eruptiven, symbolischen Kampf der Körper aus den alten Standards auszubrechen.

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credits

Konzept & Entwicklung: Bernd Kopf | Projektkonzept: The Cadaver in the Machine — Christoph Winkler

Eine Produktion der Company Christoph Winkler.
Gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.