OLUBUGO

OLUBUGO

2026

Über das Stück

Olubugo ist ein Filmprojekt über die Herstellung von Rindentuch (Barkcloth) in Uganda. Es umfasst eine Dokumentation der Produktionsprozesse und zahlreiche Interviews.

Olubugo/Rindentuch gehört zu den ältesten textilen Produktionsmethoden in der Menschheitsgeschichte.

Sie datiert 12.000 Jahre zurück und nutzt die Rinde des Feigenbaums Mutuba. Mittlerweile gehört sie zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit und wird von der UNESCO geschützt.

Der Stoff muss nicht gewebt werden, sondern wird aus der Rinde des Baumes gewonnen, ohne dass dieser dadurch geschädigt wird. Es handelt sich also um eine ressourcenschonende Praxis, die auf vielfältige Weise mit modernen Prinzipien nachhaltigen Produzierens korrespondiert.

Der Feigenbaum Mutuba ist in zahlreichen Mythen und Geschichten des Buganda-Stammes präsent. Junge Paare beispielsweise pflanzten die Bäume zur Hochzeit, um später Kleidung für den Nachwuchs fertigen zu können.

Im 13. und 14. Jahrhundert war die Kleidung nur der Königsfamilie vorbehalten, aber nach und nach verbreitete sich das Tuch in der gesamten bugandischen Gesellschaft.

Dabei war es aber nicht nur Bekleidung, sondern auch Zahlungsmittel und zentraler Bestandteil vieler Rituale und traditioneller Zeremonien. Auch die Toten wurden damit eingekleidet.

Doch mit der Ankunft arabischer Händler im 19. Jahrhundert, die gewebte Baumwollstoffe im Gepäck hatten, und der britischen Besatzung, die 1896 das Protektorat Uganda proklamierte, nahm die Produktion des Stoffes rapide ab. Durch die Auflösung der traditionellen Königreiche nach der Unabhängigkeit 1963, die spätere Vertreibung der Königsfamilien und das Verbot traditioneller kultureller Praktiken, zu denen auch die Herstellung des Rindentuchs der Buganda gehörte, geriet diese Tradition bis auf die Bestattungsrituale fast gänzlich in Vergessenheit.

Mittlerweile gibt es eine Renaissance des Materials, denn es wurde von der Textilindustrie als klimafreundliche und nachhaltige Alternative wiederentdeckt.

So wurden in den letzten Jahren verschiedene Materialien unter den Markennamen BarkCloth und BarkTex auf den Markt gebracht.

A. Merkel, B. Obama und E. Macron ließen sich auf Schloss Elmau im Rahmen des G7-Gipfels vor einer Wandverkleidung aus BarkCloth fotografieren, und selbst die NASA wählte BarkTex unter die Top 10 der Werkstoffinnovationen des Jahres 2015.

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Dokumentarfilm

credits

Konzept: Christoph Winkler und Robert Ssempijja | Regie: Robert Ssempijja | Mit: Joseph Ntemele, Isaac Katende, der Gemeinde Kalisizo im Distrikt Masaka | Kamera: Kibuuka Musika | Videoschnitt: Gabriella Fiore

Eine Produktion der Company Christoph Winkler. Gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.